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Barrierefreies Gestalten ist immer umfassend gemeint und als eine gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe zu verstehen, die eine Verbesserung der Lebensqualität für alle Menschen zum Ziel hat. So spricht Barrierefreiheit nicht nur die Herstellung der baulichen, verkehrlichen und organisatorischen Zugänglichkeit von öffentlichen wie privaten Räumen und Dienstleistungen an, sondern schließt auch den Abbau von Barrieren in den Bereichen Information und Kommunikation ein.
Das Konzept des Designs für Alle stellt eine Weiterentwicklung des Prinzips
der Barrierefreiheit dar. Während sich Barrierefreiheit vor allem auf
gestaltete 'Endprodukte' bezieht, setzt das Prinzip des Designs für Alle ganz bewusst auf die Analyse des Bedarfs und der Wünsche der Menschen. Design für Alle verlangt die Einbindung der Endverbraucher in jeder Phase des Entstehungsprozesses und ist damit ein entscheidender Schritt zu einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung, der die Lebensqualität verbessert und eine nutzerfreundliche und kosteneffektive Gestaltung ermöglicht. In diesem Zusammenhang erhält der Ansatz Design für Alle eine Schlüsselrolle in der raumbezogenen Forschung und Planungspraxis.

Titelbild AAG 38Unter dem Titel „Von Barrierefreiheit zum Design für Alle – Erfahrungen aus Forschung und Praxis“ ist Ende 2009 die zweite Auflage des Bandes 38 der Arbeitsgemeinschaft Angewandte Geographie erschienen, der gemeinsam mit dem Europäischen Instituts Design für Alle in Deutschland e.V. (EDAD) entstanden ist. Auf rund 190 Seiten gibt dieser Band die Erfahrungen aus Forschung und Praxis hinsichtlich der Weiterentwicklung des Konzepts der Barrierefreiheit zu einem Design für Alle wider.

Die Publikation ist zum Preis von 15 EURO (plus Versand) zu bestellen bei der AAG: aag.ev@uni-muenster.de.

Inhalt
Grußwort des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie zur zweiten Auflage

Vorwort der Herausgeber zur zweiten Auflage

Leidner, R. / Neumann, P. / Rebstock, M.
: Von Barrierefreiheit zum Design für Alle – Eine Einführung

Design für Alle – Zielsetzungen und Grundlagen


Leidner, R. / Neumann, P. / Rebstock, M.: Design für Alle – Herausforderung und Handlungsempfehlungen für Städte und Regionen
Straw: Design for All and Equal Opportunities – New Approaches in Europe

Design für Alle in der kommunalen Planung

Wörmann, G.: Mitwirkung an kommunalen Planungsprozessen aus Sicht der Behindertenverbände
Kobs, M. / Willenbrink, H: Das EU-Projekt „Build for All“. Zur Umsetzung von Barrierefreiheit und Design für Alle durch das deutsche Vergaberecht
Krämer, M.: „Build for All“ – Statement zur Einführung der neuen Vergaberichtlinien in Deutschland - Die Sicht der öffentlichen Auftraggeber
Hansen, C.: Ein Raum für Alle - Städte und Gemeinden als barrierefreier Erlebnisraum
Rebstock, M.: Verkehrsraumgestaltung für Alle! Auch für Fußgänger?!
Grossmann, H.: Barrierefreie Umweltgestaltung für seh- und hörgeschädigte Menschen – Probleme, Standards, Entwicklungen
Rudolph, N.: Verkehrsraumgestaltung für Alle? Anforderungen und Beispiele aus der Praxis
Osbelt, C.: Die Immobilie der Zukunft ist barrierefrei für alle Menschen

Design für Alle – Städte und Gemeinden auf dem richtigen Weg

Aragall, F.: Von der barrierefreien Gestaltung zur „Stadt für Alle“ in Barcelona
Rüter, D.: Auf dem Weg zu einer barrierefreien Stadt für Alle – Handlungsansätze in Münster
König, A.: Barrierefreiheit und „Bauen für Alle“ in der Gemeinde Illingen
Sagramola, S.: „Bauen für Alle“ in Luxemburg

Design für Alle in der Produktgestaltung


Lembach, J. / Sobotta, A. / Wetzel. M.: Impulse für die ländliche Entwicklung in der Eifel durch Barrierefreiheit in Naturerlebnis- und Naturbildungsangeboten
Holtz, G.: Tourismus und Freizeit für Alle am Beispiel der Stadt Münster: Stadtinformationen für Alle
Lutherdt, S. / Witte, H.: TAS - Touristisches Assistenzsystem für Urlaub, Freizeit- und Bildungsaktivitäten– Ein InnoRegio-Projekt der TU Ilmenau
Unger, C.: „Design für Alle“ und gestalterische Vielfalt – Ein Widerspruch? Konzepte und Produkte aus dem Handwerk


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Logo EDAD

Europäisches Institut Design für Alle in Deutschland e.V. (EDAD)
EDAD wurde am 25.11.2004 in Münster gegründet und verfolgt das Ziel, durch Öffentlichkeitsarbeit, Projekte und den Dialog mit Planern, Entwicklern und Entscheidungsträgern in Unternehmen, Politik und Verwaltung die gebaute Umwelt, aber auch Produkte und Automaten so zu gestalten, dass sie für möglichst alle Menschen leichter zugänglich und nutzbar sind und dadurch die Lebensqualität nachhaltig verbessern. Im weiteren Sinn gilt dies auch für die Gestaltung von Informationen und Arbeitsplätzen.EDAD ist Teil eines europäischen Netzwerks, des "European Institute for Design and Disability" (EIDD). Das EIDD wurde 1993 in Irland gegründet und hat Mitgliedsorganisationen in 13 europäischen Ländern. Es ist Gründungsmitglied des European Disability Forum und spielt eine führende Rolle bei vielen wissenschaftlichen und politischen Initiativen in ganz Europa. Eine deutsche Mitgliedsorganisation war im EIDD lange Zeit nicht vertreten. Das hat sich mit der Gründung von EDAD geändert.

Mitglieder von EDAD sind sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen. Die berufliche Palette – sowohl der EIDD- als auch der EDAD-Mitglieder – ist breit gefächert: Designer, Städteplaner, Architekten, Unternehmensberater, Angestellte und Beamte sind z. B. vertreten. Daneben sind Firmen, Vereine, Verbände und andere Institutionen Mitglied.
Wer Fragen hat, kann sich wenden an:
Europäisches Institut Design für Alle in Deutschland e.V. (EDAD)
Alter Steinweg 22-24
48143 Münster
Telefon: 0251/48286-33
Telefax: 0251/48286-34
E-Mail: info(at)design-fuer-alle.de


2010: Ein barrierefreies Europa für Alle
Die von der EU-Kommission eingesetzte "Expertengruppe für Zugänglichkeit", in der auch Dr. Peter Neumann Mitglied war, hat ihren Bericht auch auf Deutsch unter dem Titel "2010: Ein hindernisfreies Europa für Alle" vorgelegt. Mit diesem Bericht ist das zentrales Ziel verbunden, bis 2010 eine "Agenda zur Zugänglichkeit", die "Accessibility-Agenda", umzusetzen. In Anbetracht dieses Ziels hat sich die Expertengruppe auf vier Prinzipien geeinigt, die dem Bericht zugrunde liegen:
1) Zugänglichkeit ist ein Anliegen aller Menschen und nicht nur einer
Minderheit mit körperlichen Behinderungen
2) Das Thema der Zugänglichkeit sollte auf globale und integrierte Weise
behandelt werden
3) Strategien zur Förderung der Zugänglichkeit können nur entworfen und
umgesetzt werden, wenn die Menschen selbst und die ihre Interessen
vertretenden Vereine/Verbände daran beteiligt sind
4) Zugänglichkeit ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Entwicklung, da so
die Lebensqualität verbessert und die städtische Umwelt lebenswerter gemacht wird.
Der Bericht kann in 6 verschiedenen Sprachen unter der Internetadresse
http://www.socialdialogue.net/docs/si_key/EU_Access2010_Report_DE.pdf als pdf- oder Word-Datei abgerufen werden und soll europaweit Verbreitung finden.

 
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