WEGBAR-Projekt mit dem Sonderpreis „Soziale Natur“ der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Foto Überreichung Sonderpreis
Pünktlich zum Beginn der Sommerferien lockt das barrierefreie Naturerlebnisgebiet Haus Heidhorn Jung und Alt zu einem Ausflug raus in die Natur. In den vergangenen drei Jahren konnten im Münsterland zahlreiche Maßnahmen zur Förderung des barrierefreien Naturerlebens umgesetzt und viele Angebote entwickelt werden. Ermöglicht wurde dies durch eine Förderung von EU und Land NRW in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro im Rahmen des EFRE-Projektes WEGBAR – Natur für alle.

„Wir sind sehr stolz auf das große Engagement zum barrierefreien Naturerleben im Münsterland“, so NRW-Umweltministerin Ursula Heinen Esser. „Vor allem im ländlichen Raum mangelt es häufig an barrierefreier Infrastruktur und Ausflugszielen für Familien und Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Durch dieses Projekt hat das Münsterland Vorbildcharakter.“

Gemeinsam haben die NABU-Naturschutzstation Münsterland, die Biologische Station Kreis Steinfurt, die Biologische Station Kreis Recklinghausen, das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld, die Biologische Station Zwillbrock, NeumannConsult und die FH Münster, Labor für Software Engineering, in ausgewählten Gebieten durch bauliche Maßnahmen, Investitionen und intensive Netzwerkarbeit barrierefreie und familienfreundliche Angebote entwickelt. Am Haus Heidhorn, dem Sitz der NABU-Naturschutzstation Münsterland, ermöglichen nun spannende interaktive Erlebnisstationen, ein Bauerngarten, ein Biotoperlebnisgarten mit Barfußpfad und ein Walderlebnisraum einen ganz besonderen Blick auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Auf dem Hof Punsmann in Dorsten wurden der Bauerngarten umgestaltet und ein neues Modul für die Ausstellung entwickelt. Im Zwillbrocker Venn an der niederländischen Grenze wurden die Wege neu möbliert und mit Informationstafeln ausgestattet. Darüber hinaus wurden im gesamten Münsterland Naturschutzgebiete und Naherholungsgebiete hinsichtlich der Barrierefreiheit geprüft und Routen für Rollstuhlfahrer oder Familien mit Kinderwagen auegearbeitet. Die Routen im Kreis Coesfeld wurden in die App Erlebnis.Naturerbe eingepflegt.

Wer die Natur nicht auf eigene Faust erkunden möchte, kann sich einer Exkursion mit speziell geschulten Natur- und Landschaftsführern anschließen. In Kooperation mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW wurden rund 20 Gästeführer ausgebildet, die besondere Programme für blinde und sehbehinderte Menschen, Demenzkranke, Familien oder Menschen mit Gehbehinderung anbieten.

„Besonders erfreulich ist es, dass die Naturerlebnisse in die touristische Servicekette eingebunden werden. Für einen unvergesslichen Aufenthalt im Münsterland bedarf es auch entsprechenden Unterkünften und gastronomischen Angeboten“, betont Dr. Christel Wies, Abteilungsleiterin bei der Bezirksregierung Münster. „Durch die ansteigenden Besucherzahlen und die Gewinnung neuer Zielgruppen profitieren auch kleine und mittelständische Unternehmen.“

Alle Gebiete und Angebote werden auf der neuen Website www.wegbar.de vorgestellt, die von der FH Münster entwickelt wurde. Im Herbst 2019 wird es weiterhin eine App WEGBAR für Android und iOS geben.

Für diese Erfolge zeichneten NRW-Umweltministerin Heinen-Esser und UN-Dekade-Jugendbotschafterin Zarah Thiel das Projekt mit dem Sonderpreis „Soziale Natur“ der UN-Dekade Biologische Vielfalt aus. Im vergangenen Jahr wurde das Kooperationsprojekt bereits mit dem Inklusionspreis NRW „Heimat ohne Hindernisse“ der NRW-Stiftung gewürdigt. „Die positive Resonanz unserer Besucher sowie die Auszeichnungen bestärken uns in unserem Engagement und ermutigen uns, weitere Projekte auf den Weg zu bringen. Nun geht es darum, die erreichten Ziele und Angebote langfristig und nachhaltig zu sichern und weiter zu entwickeln“, so Dr. Britta Linnemann, Vorstandsvorsitzende der NABU-Naturschutzstation Münsterland. „Naturschutz und Naturerfahrung sind für alle wichtig, jeder sollte daran teilhaben können.“


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